Die Ölpreise sind nach den jüngsten Tiefstständen vom Montag auch am Dienstag weiter gesunken. Mehrere Gründe belasten den Markt derzeit.
Laut Warren Patterson, Rohstoffexperte bei der ING Groep NV, gibt es zwei Hauptfaktoren für den Preisrückgang. Erstens hat die OPEC+ bestätigt, dass einige Länder ab April ihre Fördermengen wieder erhöhen. Zweitens sorgen neue US-Zölle für Unsicherheit. Diese könnten die wirtschaftliche Entwicklung bremsen und damit auch die Nachfrage nach Öl schwächen.
Noch ist unklar, wie stark sich die Förderanpassungen der OPEC+-Länder tatsächlich auf den Markt auswirken werden. Entscheidend ist, ob sich die Länder an die angekündigten Produktionsgrenzen halten. Einige Staaten haben diese in den vergangenen Monaten bereits überschritten. Die Marktteilnehmer befürchten nun, dass ein Überangebot entstehen könnte.
Zusätzliche Unsicherheit kommt aus den USA. Berichten zufolge prüft die US-Regierung, ob sie einige Sanktionen gegen Russland lockern könnte. Diese Überlegungen könnten in künftige Verhandlungen zwischen beiden Ländern einfliessen. Gleichzeitig wurden die US-Militärhilfen für die Ukraine nach einem diplomatischen Streit zwischen Präsident Trump und dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj vorerst gestoppt.
Die Bank Goldman Sachs geht jedoch davon aus, dass eine Lockerung der Sanktionen Russlands Ölförderung kaum steigern würde. Eine deutliche Produktionsausweitung könnte Moskau in Konflikt mit den OPEC+-Vereinbarungen bringen. Nach aktuellen Absprachen dürfte Russland ab April 9’004 Millionen Barrel Öl pro Tag fördern.
Wie sich die US-Ölproduktion entwickelt hat, wird der Marktbericht des US-Energieministeriums am Mittwoch zeigen. Der API-Bericht, der am Dienstagabend veröffentlicht wird, gibt zwar Hinweise auf die Ölbestände, enthält aber keine Produktionszahlen.
Die nächsten Tage könnten also neue Impulse für den Ölmarkt bringen – je nachdem, wie Angebot und Nachfrage sich weiterentwickeln.
Börsendaten 04.03.2025 um 08:45 Uhr
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